Vier Jahrzehnte Gleser in Velbert- Ein Familienbetrieb mit Profil
Seit 40 Jahren prägt Gleser in Velbert die Räumtechnik:präzise Metallbearbeitung, eigene Werkzeuge, nachhaltig und digital aufgestellt.
Seit 40 Jahren ist die Velberter Firma Gleser GmbH Spezialist für Räumtechnik. Das Unternehmen kümmert sich weder um das Räumen von Schnee noch von Minen oder Wohnungen, sondern es beschäftigt sich mit einer hochpräzisen Metallbearbeitung.
Jetzt feiert das Familienunternehmen seinen 40. Geburtstag.
Beim Räumen werden mit einem mehrschneidigen Werkzeug in einem einzigen Hub (ziehend oder schiebend) komplexe Innen- oder
Außenproile erzeugt. Dabei wird ein Werkzeug mit mehreren hintereinander angeordneten Schneidzähnen (Räumwerkzeug)
gezogen oder geschoben, wobei jeder Zahn etwas mehr Material abträgt als der vorherige.
Das Velberter Unternehmen räumt nicht nur selber, es stellt auch Räumwerkzeuge für Kunden her.
Mit einem Beschäftigten begann der Velberter Betrieb
Im Jahr 1986 entschied sich Jürgen Gleser, der aus der Metallverarbeitung kam, zum Schritt in die Selbstständigkeit und
übernahm eine Firma für Räumtechnik an der Talstraße, die dort schon seit 30 Jahren bestanden hatte.
Zunächst bestand die Firma nur aus Jürgen Gleser, seiner Frau Gunde und einem Beschäftigten.
„Die Stadt Velbert wollte unserer kleinen Firma erst kein 3000 Quadratmeter großes Grundstück im Industriegebiet Röbbeck überlassen“, berichtet
der Gründer.
Doch 1991 wurde die Firmenhalle an der Stahlstraße gebaut und seitdem ist die Firma immer größer geworden. Mittlerweile sind
hier 43 Menschen beschäftigt. „Viele sind Jahrzehnte bei uns, erst vor Kurzem haben wir wieder zwei 30-jährige
Betriebszugehörigkeiten gefeiert“, sagt mit Stolz Gunde Gleser, die als Prokuristin im Familienunternehmen tätig ist.
Oft hätten auch die Söhne von Mitarbeitern ihre Ausbildung bei der Gleser GmbH absolviert. Das Miteinander wird großgeschrieben. So gibt es
dienstagsmorgens Rückengymnastik für alle in der Werkhalle.
Auszeichnung als umweltfreundlicher Betrieb
Stolz ist das Unternehmen auch auf seine Auszeichnung als umweltfreundlicher Betrieb. Photovoltaik-Anlagen auf den
Hallendächern liefern so viel Strom, dass die Gleser GmbH damit rund die Hälfte des Verbrauchs selbst produzieren kann. Große
Batterien sorgen dafür, dass auch bei schlechtem Wetter eigener Strom vorhanden ist.
Unter dem Firmenparkplatz hat die Gleser GmbH ein riesiges Loch schaufeln lassen, in einem Bassin wird das Regenwasser gesammelt, das zur Kühlung der Maschinen oder aber profan für die Toilettenspülung gebraucht wird. Und die Metallspäne, die beim Räumen entstehen, werden natürlich auch
recycelt.
Die Zukunft der Firma ist auch gesichert. Sohn André ist promovierter Diplom-Ingenieur und zweiter Geschäfsführer. Ihm liegt auch die Digitalisierung am Herzen. Ein digitaler Leitstand beispielsweise sorgt dafür, dass die Aufträge in der günstigsten Reihenfolge und vom geeignetsten Mitarbeiter abgearbeitet werden.
Und zur Auftragsnachbearbeitung wird jetzt eine KI eingesetzt.
André Gleser führt mehrere Forschungsprojekte durch, die zum Teil auch staatlich gefördert werden.
Unterschiedliche Branchen
Aufträge – die Nachfrage ist gut – kommen aus den unterschiedlichsten Branchen. Die Firma Gleser GmbH ist auch nach
DIN 9100 zertifiziert, das heißt, sie kann auch für die Luft- und Raumfahrtindustrie und die Verteidigungsindustrie arbeiten. Rund
20 Prozent der Aufträge haben mit der Automobilindustrie zu tun, 20 Prozent Bauindustrie, 10 Prozent Maschinenbau, 5 Prozent
Luftahrtindustrie, 5 Prozent Landmaschinenbau, 20 Prozent Werkzeugverkauf sowie 10 Prozent aus sonstigen Branchen.
Während die Nachfolge an der Firmenspitze also gesichert ist – auch die Enkel schauen gerne bei Oma, Opa und Papa im Betrieb vorbei –
ist es mit den Auszubildenden nicht so einfach. „Wir haben in diesem Jahr keine einzige Bewerbung auf unseren Ausbildungsplatz
als Zerspanungsmechaniker erhalten“, bedauert André Gleser.
Und auch bei der Gewinnung von Arbeitskräften muss das Unternehmen sehr weit über den Tellerrand schauen. „Kürzlich bekamen wir die Bewerbung einer Fachkraft per Internet aus dem Iran. Das passte, wir haben den Mann eingestellt und aus dem Iran hierhergeholt“,erzählt Gunde Gleser. Und nicht nur das. Das Unternehmen half beider Wohnungssuche. Morgens macht der Mann, der mit Familie kam, nun seine Sprach- und Integrationskurse, arbeitet dann in der Spätschicht im Unternehmen.
Und auch drei Ukrainer fanden Arbeit bei in der Gleser GmbH. Darunter ist auch Fatma Akhmad, die in ihrer Heimat
Flugzeugtechnik studiert hat und nun für Im- und Export zuständig ist. Sie soll Nachfolgerin von Gunde Gleser werden, die demnächst
ein wenig kürzer treten möchte. Aber zuvor wird nun das Jubiläum mit allen Mitarbeitern bei einem großen Betriebsfest gefeiert.
„Für die Mitarbeiter wird es einige schöne Überraschungen geben“, verspricht die Chefin.






